Logo MIT-Online
Luftkurort Xanten


Xanten. Die Bürgerversammlung stieß auf großes Interesse. Bürgermeister Christian Strunk sprach von einer großen Chance für die Stadt. Umstritten ist noch, ab wann die Kurtaxe erhoben werden soll und wie hoch die Einnahmen sein könnten. Von Peter Kummer Über das Ziel herrschte weitgehend Einvernehmen, über den Weg dorthin nicht. Auf einer Bürgerversammlung im Rathaus musste sich Verwaltungschef Christian Strunk vor allem von den Hoteliers harsche Kritik angehören, als er die Änderungen, die ein künftiger Luftkurort Xanten mit sich bringen wird, vorstellte. Vor allem die Einführung der Kurabgabe zum 1. Juni 2014 erzürnte die Besitzer von Hotels und Ferienwohnungen. Denn sie haben teilweise schon für den Sommer Zimmer zu einem Zeitpunkt vermietet, als die Bestätigung Xantens als Luftkurort und somit die Einführung einer Kurabgabe noch ungewiss war. Nun aber ist Strunk optimistisch, dass nach der sehr positiv verlaufenden Besichtigung durch eine Fachkommission vielleicht schon in der kommenden Woche die Genehmigung des Regierungspräsidenten eintreffen wird und der Rat die entsprechenden Satzungen, auch die für eine Kurtaxe, erlassen kann. Bis zu 1,20 Euro sollen die Übernachtungsgäste pro Tag über den Vermieter an die Stadt berappen; in der Nebensaison sind es 60 Cent (RP berichtete). Einige Personengruppen wie Geschäftsreisende oder Schüler auf Klassenfahrt in der Sekundarstufe eins sind ausgenommen. Strunk warb noch einmal für den Luftkurort, sprach von einer großen Chance für die Stadt und den vielen Angeboten, die der Besitzer einer Kurkarte ermäßigt oder kostenfrei nutzen kann. Dazu gehören freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Preisermäßigungen für den Nibelungen-Express, Nachtwächterführungen und Eintritt zu Veranstaltungen. "Der Kurgast bekommt einen sehr guten Gegenwert", sagte der Bürgermeister und kündigte an, weitere Angebote in das Paket einer Kurkarte mit aufzunehmen. Die Stadt rechnet mit Einnahmen von rund 85 000 im Jahr, eine Annahme, die nach Ansicht von Hoteliers jeglicher Grundlage entbehrt. In ihrer Gegenrechnung kamen sie auf etwa 20 000 Euro, die als Abgabe der Gäste weiterzuleiten wären. Die Kurtaxe sollen die Zimmervermieter bereits zum 1. Juni erheben, obwohl bestimmte Angebote wie das Hallenbad nicht oder nur teilweise von den Gästen genutzt werden könnten, kritisierten Zuhörer. Man sollte das Ganze doch nicht übers Knie brechen, ohne ein attraktives Programm zu haben. Und: "Wie sollen wir dem Gast erklären, dass er auf einmal mehr bezahlen muss als vereinbart? Wir sind es doch, die sich mit den schimpfenden Gästen auseinandersetzen müssen." Schließlich habe man bereits durch die Reservierungen Verträge geschlossen und werde nun zum Buhmann. Allerdings waren auch andere Stimmen zu hören: "Der Gast, der keine 1,20 Euro für die Kurabgabe übrig hat, fährt gar nicht erst in den Urlaub." Stadtplanerin Christina Kutschaty ließ die Kritik der Vermieter nicht auf sich beruhen. Vor anderthalb Jahren habe sie versucht, Arbeitskreise für einen Luftkurort Xanten zu bilden, sagte sie. Manche seien angenommen, wie der mit Ärzten und Therapeuten. Von den ebenfalls eingeladenen Zimmeranbietern und Gastronomen habe sie aber nur drei Zusagen bekommen. CDU-Fraktionsvorsitzender Pankraz Gasseling betonte gestern, dass die Tourist Information nun noch einige offene Fragen mit den Betroffenen zu klären habe. Nur nach dieser Klärung werde die Abgabe erhoben werden.

 

Es sind noch keine Kommentare zum Artikel:

Luftkurort Xanten

geschrieben worden!

Möchten Sie den ersten Kommentar schreiben!